Legionellen sind Bakterien, die in Warmwasserleitungen unter bestimmten Bedingungen wachsen können. Eine Infektion erfolgt meist durch Einatmen legionellenhaltiger Wassertröpfchen - etwa in der Dusche. In Braunschweig gelten wie bundesweit klare gesetzliche Prüfpflichten für bestimmte Gebäudetypen.
Wie entstehen Legionellen in Leitungen?
Legionellen vermehren sich besonders stark bei Wassertemperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius. Leitungen, die selten genutzt werden, stehende Wasser-Totstränge und schlecht gewartete Warmwasserspeicher bieten ideale Bedingungen. Über 60 Grad werden die Bakterien zuverlässig abgetötet.
Wer ist zur Prüfung verpflichtet?
Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) schreibt eine regelmäßige Legionellenprüfung vor für:
- Mehrfamilienhäuser mit zentraler Warmwasseranlage und mehr als 3 Wohneinheiten
- Gewerbliche und öffentliche Gebäude (Hotels, Fitnessstudios, Krankenhäuser)
- Gebäude mit Warmwasserspeichern über 400 Liter oder Leitungsvolumen über 3 Liter pro Leitung
Private Einfamilienhäuser ohne zentrale Anlage sind in der Regel nicht prüfpflichtig, können aber bei Verdacht freiwillig testen lassen.
Was tun bei Legionellenbefall?
- Zuständiges Gesundheitsamt in Braunschweig informieren (bei bestätigtem Nachweis Pflicht).
- Betroffene Anlage bis zur Sanierung möglichst nicht als Dusche nutzen.
- Thermische Desinfektion: Warmwasser für mindestens 3 Minuten auf über 70 Grad erhitzen und alle Entnahmestellen durchspülen.
- Fachbetrieb beauftragen: Leitungsführung und Speicher auf Totstränge und Temperaturprobleme prüfen lassen.
- Nach der Sanierung erneute Beprobung durch akkreditiertes Labor.
Vorbeugung im Alltag
Warmwasser sollte dauerhaft auf mindestens 60 Grad eingestellt sein. Leitungen, die länger als 3 Wochen nicht genutzt wurden, vor Benutzung gründlich durchspülen. In Braunschweig bieten zugelassene Labore und Installationsbetriebe Beprobungen und Beratungen an.
Häufige Fragen
Merke ich, ob Legionellen im Wasser sind?
Nein. Wasser mit Legionellen sieht normal aus, riecht nicht auffällig und schmeckt nicht anders. Nur eine Laboruntersuchung gibt Sicherheit.
Wie viel kostet eine Legionellenprüfung?
Eine Beprobung kostet je nach Anzahl der Entnahmestellen und Labor ca. 80 bis 250 Euro. Die genauen Kosten hängen vom Umfang der Anlage ab.
Wer trägt die Kosten bei einem Mietobjekt?
Vermieter sind für die Durchführung und Finanzierung der Prüfpflicht zuständig. Mieter sollten festgestellte Mängel schriftlich melden.