Kurzantwort: Fettablagerungen entstehen durch erkaltetes Bratfett, Speisereste und Seifenrückstände, die sich an der Rohrwand aufbauen. Mechanische Reinigung mit einer Spirale oder professionelle Hochdruckspülung löst sie zuverlässig. Vorbeugung: Fett nie in den Abfluss gießen.
Wie entstehen Fettablagerungen?
Fett ist flüssig, solange es warm ist - im Abfluss kühlt es innerhalb weniger Zentimeter ab und haftet an der Rohrwand. Jeder Schuss Bratenfett, jede fettige Pfanne, die direkt unter dem Wasserstrahl gespült wird, hinterlässt einen Belag. Über Monate und Jahre wächst dieser Belag, verengt den Rohrquerschnitt und fangt schließlich auch andere Stoffe (Haare, Lebensmittelreste, Feuchttücher) ein.
Besonders betroffen sind Küchenabflüsse, aber auch Badabflüsse durch Körperpflegeprodukte.
Anzeichen für Fettablagerungen
- Abfluss läuft zunehmend langsamer - über Wochen und Monate
- Gurgelnde Geräusche, wenn das Wasser ablaufen will
- Fettiger, ranziger Geruch aus dem Abfluss
- Der Abfluss hat noch nie gerockt, beginnt aber nun zu riechen
Fettablagerungen selbst lösen
Mechanische Methode - Rohrspirale
Eine Handspiral (Abflussschlange) durchbricht die Fettmasse und löst Ablagerungen von der Rohrwand. Danach viel heißes Wasser nachspülen. Für leichtere Ablagerungen im Siphon ausreichend.
Thermische Methode - heißes Wasser
Für frische oder noch weiche Fettablagerungen hilft kochendes Wasser: mehrere Liter langsam einlaufen lassen, warten, wiederholen. Achtung: Bei Kunststoffrohren (PVC) sollte das Wasser nicht kochend heiß sein - lieber 60 bis 70 Grad, um die Rohre nicht zu beschädigen.
Backpulver und Essig
Die klassische Hausmittel-Kombination: Backpulver in den Abfluss geben, Essig dazu, schäumen lassen, nach 30 Minuten mit heißem Wasser nachspülen. Wirkt bei leichten Ablagerungen und Gerüchen, ersetzt aber keine mechanische Reinigung bei festen Verstopfungen.
Enzymatische Abflussreiniger
Diese Mittel enthalten Enzyme, die Fett biologisch abbauen. Sie eignen sich gut zur regelmäßigen Pflege und Vorbeugung, sind aber bei schweren Verstopfungen zu langsam.
Wann der Fachbetrieb muss
Wenn haushaltsübliche Mittel nicht helfen und der Abfluss weiter langsam läuft oder ganz verstopft ist, setzt ein professioneller Rohrreinigungsbetrieb einen Hochdruckspüler ein. Der Hochdruckstrahl löst selbst hart gewordene Fettschichten von der Rohrwand und spült sie vollständig aus. Anschließend zeigt eine Kamerainspektion, ob das Rohr wieder vollständig frei ist.
Langfristig vorbeugen
- Fett nie in den Abfluss: Bratfett und Pfannenfett in alten Behältern sammeln und im Restmüll entsorgen.
- Küchenabfluss mit Seife: Nach dem Abwasch einen Schuss Spülmittel und heißes Wasser nachspülen - Spülmittel emulgiert Fett und hält das Rohr länger frei.
- Fettfang reinigen: Falls vorhanden, Fettfang (Fettabscheider) regelmäßig reinigen lassen.
- Enzymatischer Abflussreiniger monatlich: Hält die Rohre biologisch sauber.
Fazit
Fettablagerungen sind lösbar - mit Geduld, dem richtigen Ansatz und bei hartnäckigen Fällen mit professioneller Hochdruckspülung. Das Wichtigste ist: Fett gehört in den Müll, nicht in den Abfluss.