Kurzantwort: Bleirohre können an ihrer grau-matten Oberfläche erkannt werden und sind mit einem Nagel einritzbar. Sie geben gesundheitsschädliches Blei ans Trinkwasser ab, besonders in älteren Braunschweiger Gebäuden. Austausch ist Pflicht des Eigentümers und sollte nicht aufgeschoben werden.
Was sind Bleirohre und warum sind sie gefährlich?
Bis in die 1970er-Jahre wurden in deutschen Gebäuden häufig Bleileitungen für die Trinkwasserinstallation verwendet. Blei löst sich langsam im Wasser - besonders bei weiches und leicht saurem Trinkwasser sowie bei langen Stillstandszeiten. Das Trinkwasser kann dann Bleikonzentrationen aufweisen, die den gesetzlichen Grenzwert von 0,01 mg/l (seit 2003) überschreiten.
Blei ist ein Schwermetall, das sich im Körper anreichert und besonders für Kinder und Schwangere gefährlich ist. Selbst geringe Mengen können die neurologische Entwicklung beeinträchtigen.
Wie erkenne ich Bleirohre?
- Farbe und Oberfläche: Bleirohre sind grau-matt, nicht glänzend. Im Laufe der Zeit wirken sie oft dunkelgrau bis schwärzlich.
- Weichheit: Mit einem Nagel können Sie die Oberfläche leicht einritzen - Kupfer und Stahl sind deutlich härter.
- Biegsam: Blei lässt sich mit mäßigem Druck leicht biegen - Kupfer und Stahl nicht.
- Verbindungen: Bleistöße sind oft gewulst (Lötnaht sichtbar).
- Achtung: Auch wenn die sichtbaren Rohre bereits ausgetauscht wurden, können in älteren Häusern noch kurze Bleiabschnitte (z.B. Hausanschlussleitung, Übergangsstücke) vorhanden sein.
Vorkommen in Braunschweig
Besonders in Altbauten aus der Gründerzeit, den 1930er bis 1960er Jahren sowie im Nachkriegsbau können noch Bleileitungen vorhanden sein. In Gebieten mit weichem Wasser ist die Bleilösung stärker. Im Zweifel lassen Sie Ihr Trinkwasser von einem akkreditierten Labor testen.
Wer ist für den Austausch zuständig?
Die Trinkwasserinstallation innerhalb des Gebäudes liegt in der Verantwortung des Eigentümers. Das bedeutet:
- Eigentümer sind verpflichtet, bei Überschreitung des Grenzwerts die Leitungen zu sanieren.
- Vermieter müssen ihre Mieter informieren, wenn Bleileitungen vorhanden sind.
- Der öffentliche Netzanschluss (bis zur Grundstücksgrenze) ist Aufgabe des Wasserversorgers.
Wie läuft die Sanierung ab?
- Fachbetrieb beauftragt eine Bestandsaufnahme der Rohrleitungen.
- Bleirohre werden vollständig entfernt (Teilerneuerung reicht in der Regel nicht).
- Neue Leitungen aus Kupfer, Edelstahl oder PE-Rohr werden verlegt.
- Druckprobe und Abnahme durch einen Fachbetrieb.
- Trinkwasserprobe nach der Sanierung empfohlen.
Übergangslösung bis zur Sanierung: Morgens das Wasser erst 3 bis 5 Minuten ablaufen lassen, um abgestandenes Wasser aus den Leitungen zu spülen. Für Säuglingsnahrung und zum Kochen gefiltertes oder abgefülltes Wasser verwenden.
Kosten der Bleirohrsanierung
Je nach Umfang und Zugänglichkeit liegen die Kosten für den vollständigen Austausch der Trinkwasserinstallation in einem Einfamilienhaus zwischen 3.000 und 10.000 Euro. Förderprogramme (z.B. KfW) sind unter Umständen nutzbar.
Fazit
Bleirohre sind ein Gesundheitsrisiko, das sich nicht aussitzen lässt. Lassen Sie verdächtige Rohre prüfen und handeln Sie schnell - besonders wenn Kinder im Haushalt leben.